Jugend ohne Gott

Nach dem Roman von Ödön von Horváth
Für die Bühne bearbeitet von Peter Bause und Axel Schneider 

Regie Axel Schneider • Bühne Axel Schneider/Sonja Zander • Kostüm Susann Günther
Mit Peter Bause

"Sie sind überzeugt, sie hätten recht."

Ein Lehrer korrigiert in den dreißiger Jahren die Arbeit eines Schülers, der darin Vorurteile gegenüber "Negern" äußert. Die Gedankenlosigkeit der Formulierung empört ihn - anstreichen wird er sie jedoch nicht, da er die Motivation dafür selbst nachvollziehen kann. Als er die Klasse dennoch belehrt, dass "Neger" auch Menschen seien, fordert diese in einem Brief seine Suspendierung. Der Direktor schützt seinen Kollegen und beauftragt ihn, die Gruppe zur vormilitärischen Ausbildung in ein Zeltlager zu begleiten. Dort wird er Zeuge eines Gewaltverbrechens. Kriminalistisch entwirrt Horváth die Tat und zeichnet das Bild einer Jugend in seelenloser Verfassung und unheimlicher Kälte, die sie befähigt, aus einfachsten Gründen und ohne Scham- und Schuldgefühl zu morden: "Warum habt Ihr das also getan? Sie wissen es selber nicht! Es kommen kalte Zeiten."
Erlebt hat Ödön von Horváth, dessen Buch 1938 in acht Sprachen übersetzt und auf Antrag der Gestapo in die "Liste des schädlichen und unerwünschten Schrifttums" aufgenommen wurde, das ganze Ausmaß des Dritten Reiches nicht mehr. Er starb noch im selben Jahr im Exil bei einem Spaziergang auf dem Champs-Elysées, erschlagen von einem Ast.
Ein großartiger Stoff für einen großartigen Schauspieler. Peter Bause brillierte schon als Wallenstein, Galilei und König Lear am Altonaer Theater.

"Starker Monolog - durch abrupte Veränderung von Haltung, Gesichtsausdruck und Gesten." (Hamburger Abendblatt)

"Eine in ihren aktuellen Bezügen nachdenklich stimmende Aufführung, die am Premierenabend, durch das furiose Spiel von Peter Bause, mit großen Applaus aufgenommen wurde." (Mopo)

"Die Umsetzung der Literaturvorlage erzeugt Spannung von A bis Z, und die Wandlungsvielfalt der Interpretation Peter Bauses in seiner Mammutrolle beschert dem Theater eine Sternstunde. Standing Ovations minutenlang." (Dresdner Neueste Nachrichten)

Vorstellungen am 15. Oktober und 14. November 2012