GESPIELT WURDE IMMER  – DIE GESCHICHTE DES ALTONAER THEATERS

 

Gespielt wurde immer. Den Anfang bildeten auch in Altona reisende Gaukler und Schauspieler. Ein Theaterzettel zu einer Aufführung im Gasthaus „König von Dänemark“, datiert von 1684, ist das älteste überlieferte Dokument. Es sollte aber noch bis Mitte des 18. Jahrhunderts dauern, ehe Altona eine eigene Bühne, das Deutsche Theater, erhielt.

Charakterkomödien und Dramen fanden in dem 1783 „zur Muße der Bürger“ eröffneten Schauspielhaus an der Palmaille ihre ideale Spielstätte. Das nach dem Krieg 1876 in der Königstraße neu eröffnete Haus spielte auch verstärkt zeitgenössische Werke – damals die große Ausnahme. Auf der Bühne des Altonaer Theaters standen so berühmte Künstler wie Franziska Ellmenreich, Paul Wegener und der junge Gustav Knuth. 1943 fiel das Haus mit dem wunderschönen Theatersaal den Bomben zum Opfer. Nach dem Krieg wurde das Theaterleben in Altona durch Gastspiele u.a. der Hamburger Kammerspiele und des Thalia Theaters aufrecht erhalten.

DER PRINZIPAL

Dieses Provisorium endete am 1. September 1954. Hans Fitze, seit 1945 erfolgreicher Intendant des Harburger Theaters, übernahm auch die Leitung des Altonaer Theaters, die er vierzig Jahre lang inne haben sollte. Als Spielstätte hatte man die Aula im „Haus der Jugend“ (Gewerbeschule) in der Museumstraße gefunden. Aus dieser formte er mit großer Tatkraft eine florierende Privatbühne mit zeitweise 10.000 Abonnenten. Inhaltlich stand die Ära Hans Fitzes für werkgetreue Interpretation vorzugsweise von Klassikern. In den 90ern geriet die Bühne in finanzielle Nöte und musste 1994 schließen.

DAS WUNDER VON ALTONA

„Das Wunder von Altona“ lautete der später vielzitierte Titel eines Artikels in der Hamburger Morgenpost, ein Jahr nachdem Axel Schneider und Dietrich Wersich 1995 die Leitung des Altonaer Theaters übernommen hatten. Axel Schneider, mit 28 Jahren jüngster Intendant Deutschlands, und Dietrich Wersich als Geschäftsführer hatten es zusammen mit ihrem engagierten Team auf Anhieb geschafft, das Haus wieder zu beleben und dort attraktives Sprechtheater zu präsentieren.

Mit Kreativität, Elan und außerordentlichem Einsatz ist es gelungen, das Theater von dem verstaubten Image zu befreien und auf Erfolgskurs zu bringen. Der Spielplan aus Klassikern, Komödien, Filmadaptionen, modernen Zeitstücken und Musicals lockte ein aufgeschlossenes Publikum quer durch alle Altersgruppen und Bevölkerungsschichten ins Altonaer Theater.

DAS ALTONAER THEATER HEUTE

Literarische Vorlagen und historische Stoffe sind das Markenzeichen des Altonaer Thea­ters, das nach wechselvoller Geschichte und einigen Umzügen heute im Zentrum Altonas zu Hause ist. Kaum ein anderes Theater ist so repräsentativ für seinen Stadtteil und hat gleichzeitig eine so starke Strahlkraft über Hamburgs Stadtgebiet hinaus. Bühnenerfolge wie „Mephisto“, „Schillers sämtliche Werke… leicht gekürzt“ oder Bestseller wie „Die Ver­messung der Welt“ und „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“ haben Kultstatus erreicht. Erfolgreiche Autoren und eigens für das Theater erstellte Bühnenfassun­gen unterstreichen die Qualität des Hauses.

Das Theater bietet zusätzlich ein umfangreiches Rahmenprogramm, das dem Besucher einen Blick hinter die Kulissen gewährt und Informationen und Emotionen rund um die jeweiligen Produktionen liefert. Großes Theater zum kleinen Preis bietet mittwochs der Junge Freunde Tag für 5€ für Schüler und Studenten (bis einschließlich 27 Jahre). Im Vorspiel erfahren Sie durch die Dramaturgen mehr zum Stück, über den Autor oder das Konzept des Bühnenbildes. Bei den öffentlichen Proben an ausgewählten Samstagen kann den Schauspielern ungeschminkt bei der Probenarbeit über die Schulter geschaut werden!

Das neu gestaltete Café Oelsner erwartet Sie vor und nach der Vorstellung mit kulinarischen Köstlichkeiten und leckeren Getränken für einen gelungenen Theaterabend.