Joachim Król & l’Orchestre du Soleil: Der erste Mensch nach Albert Camus

Die unglaubliche Geschichte einer Kindheit - Lesung

Es ist die autobiographische Geschichte einer Kindheit, sehr verwandt mit Erich Kästners Kindheits-Autobiographie „Als ich ein kleiner Junge war“, spielt sie doch in einer ähnlich kargen, von Armut geprägten Welt. Und doch ganz anders. Auf der Suche nach seinem Vater, der im Ersten Weltkrieg gefallen ist und den er nie kennengelernt hat, beginnt der Erzähler seine Reise zurück in seine Kindheit. Er kehrt heim in die Hitze Algiers, in die Armut, die Unschuld, die Einfachheit – in die Welt der „natürlichen Schönheit“, die dem technischen Fortschritt geopfert wurde. Die nackte Welt seiner Helden im Mutterland der Vorzivilisation will er wiederfinden – auf der Suche nach der verlorenen Zeit, ein Proust des „Maghreb“,wie die Araber ihr Abendland nennen.Er erinnert sich an die freie Schwerelosigkeit am Strand, in der Sonne, im Meer.Aus der Geborgenheit einer liebenden Mutter, einer strengen, doch zukunftsorientierten Großmutter – und einem Lehrer, der das Potential seines guten Schülers erkennt und  rettet, entwickelt sich der Erzähler zu einem weltweit gefeierten Autor und Philosoph.

Eingebettet in die Musik, die der Komponist Christoph Dangelmaier aus Elementen des arabischen Rai und des französischen Musette eigens für diesen Bühnenmonolog geschrieben hat, erzählt der große Schauspieler Joachim Król auf seine unnachahmliche Art von einem, der seinen Vater gesucht – und den Sohn gefunden hat: den ersten Menschen am Ursprung seines Lebens. In seiner berührenden und spannenden Geschichte erzählt er von der Kraft der Bildung – und davon, dass jeder es schaffen kann. Jeder, so Camus, kann sich selbst in den Mittelpunkt einer machbaren Zukunft setzen. Für diesen Aufbruch aus der eigenen Existenz ist er das personifizierte Beispiel. Sein erster Mensch ist kein Bewohner unserer Städte, kein Technikfreak im Wohlstandsland und er weiß nicht, was ein Fitneßcenter ist. Er ist eine unverschämte Provokation – ein Fremdling in modernen Zeiten.

Vorstellungen ab 06. Januar 2018

Vorstellungen bis 24. Januar 2018